Showtime
Nun ist jeder selber dran. Es wurde gestritten, diskutiert und erörtert. Heute geht es in die Kabine. Im Vorfeld haben wir uns und viele andere, ausgehend von der spontanen Initiative Frank Benedikts, entschlossen, Die Linke zu unterstützen. Warum wir das tun, erklären wir hier. Die Idee, 100 Blogs, die diese Unterstützung mittragen zusammen zu bekommen, ist in erstaunlichen 48 Stunden wahr geworden und damit erfolgreich. Das Netz entpuppt sich ein weiteres Mal als politische Plattform und zeigt, welche Initiativkraft in seiner Vernetzung steckt.
Diese Emanzipation beginnt schon in der bloßen Meinungsbildung, geht über die SocialNetworks und endet heute bei den Flashmobs, Bürgerrechtsbewegungen und Initiativen, wie dieser. Die Entwicklung des Internets beweist, dass es längst den Namen Web 3.0 verdient und sie im Grunde eine politische Entwicklung ist. Aber vielleicht später dazu mehr.
Nun möchte ich zunächst meinen Glückwunsch an die Initiatoren aussprechen und auf ein entsprechendes Ergebnis der heutigen Bundestagswahl hoffen.
geschrieben am 27.09.2009 um 13:37 in Allgemein, Kultur, Politik von Der-Klabauter · RSS 2.0 feed.
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Lieber Klabauter,
über Deinen ‘Support’ freue ich mich ganz besonders, denn wir sind doch beide noch ‘Blog-Frischlinge’. ‘Wir’ werden natürlich diese Wahl verlieren, aber wir haben schon im Vorfeld soviel gewonnen: Neue Bekannte, Freunde und Einsichten. Das war es wert, findest Du nicht? Wir wollen zusehen, daß wir eine Opposition bekommen, die dieses Namens würdig ist! Selber bin ich in der Diskussion mit zwei “Funktionären/Abgeordneten” Der Linken und ich habe versucht, ihnen klarzumachen, was ‘wir’ von ihnen erwarten: Ehrlichkeit, Transparenz und die konsequente Verfolgung der Punkte ihres Wahlprogramms. Wurde mir natürlich zugesagt, aber Du weißt ja, was “Lippenbekenntnisse” wert sind. An ihren Taten sollt ihr sie messen …
Wenn die Linke auch (erneut) einknickt, war es das dann für mich – und für viele Menschen, die ich kenne. Dann machen wir halt selber was,muß ja nicht gleich ‘Partei’ sein
Die Saat ist bereits gesät …
Liebe Grüße
Frank
“‘Wir’ werden natürlich diese Wahl verlieren”
Prophetische Worte, knapp eine Stunde nach der ersten Prognose. Aber es war nicht anders zu erwarten.
Hoffen wir, dass die SPD sich endlich erneuert. Auch wenn ich dabei nicht optimistisch sein will, so, wie sich die alten Köpfe gebärden. Warten wir es ab. Von ihr hängt unser Projekt, die starke Opposition, ab.
Es kommt eine Menge Arbeit auf uns zu, denn wie der Spiegelfechter treffend festgestellt hat, “vier harte Jahre kommen auf uns zu”.
Aber wir bleiben letztendlich eine außerparlamentarische Opposition und werden zeigen, dass es sich um eine lahme “Tigerente” handelt.
Und richtig, “Die Saat ist bereits gesät”!
Ihr zwei,
Zunächst gratulatiere ich euch zu der gelungenen Initiative, auch wenn ich sie aus ideologischen Gründen nicht unterstützen kann.
Ich lehne nicht nur diesen Staat in seiner Gesamtform, sondern und insbesondere auch diese scheinheilige Art den Menschen weiß zu machen, sie könnten mitbestimmen, ab.
Schauen wir doch nur mal schnell zu der Wahl in Thüringen. Was da abläuft ist, da stimme ich Knut Korschewsky von der Linken zu, “Wahlbetrug erster Klasse”.
Zeigt doch nur wieviel Bürgerstimme der Politik wert ist. Das trägt nur dazu bei die Menschen noch weiter von der Politik zu entfernen – was auch sicherlich nicht ungewollt ist.
Sicher verstehe ich auch eure Bemühungen die etablierten Parteien zu mehr sozialer Politik zu zwingen, trotzdem reicht das nicht die Zwänge zu bezwingen.
Die Linke in der Opposition, ja – Aber wir wissen doch aus der Geschichte, dass sobald jemandem die Macht zu Teil wird, er/sie diese (aus)nutzt. Egal wer nun. Beispiele gibt es doch dafür ohne Ende… jüngst Die Grünen im Kosovo oder?
Gewinnen werden wir durch Wahlen sicher nie, vielleicht nur das Schlimmste abwenden… aber wie lange wollen wir das noch machen?
Endlich mehr Radikalität wagen! Mehr träumen! Mehr spinnen! Bald ist es ökologisch und ökonomisch zu spät oder was?
Liebe Grüße
Ganz richtig. Das Träumen ist mittlerweile eine ziemlich abgestumpfte Funktion. Und ich kann jedem nur empfehlen, den Traumapparat wieder anzuwerfen.
Dass du hier ein Beispiel aus den SPD-Reihen ziehst kann ich aber nur schwer gelten lassen. Denn ihr Ergebnis bei der Wahl zeigt, dass den Jungs und Mädels im Augenblick alles zugetraut wird. Matschie ist daher auf der sicheren Seite, wenn er sich mit der CDU einlässt und hat ungefährdete vier Jahre nen brauchbares Einkommen.
Ich gewinne dem ganzen in so fern etwas Gutes ab, indem er den faulenden Laden endgültig gegen die Wand gefahren hat. Jetzt hoffe ich, dass die Spitze ganz abgesägt wird. Ja, hier bitte radikal.
So jetzt weg vom realpolitischen Geschwurbel.
Es ist wichtig, dass wir uns über eine andere Gesellschaft Gedanken machen, sie sogar klar fordern. Wir können sie aber nicht erzwingen, das bedeutet dann eben erneute Zwänge und Herrschaft. Und wir wissen nicht, wie sie aussieht, denn sie muss der allgemeinen Situation gerecht werden. Alte Theorie ist immer eine interessante Grundlage, kann aber kaum einer sich wandelnden Welt gerecht werden.
Dieser Weg ist an sich kein leichter und deswegen finde ich es sinnvoll, zunächst kleinere Schritte zu machen, sprich, nach und nach ein Paar Leute wach zu machen und die verrosteten Träume langsam wieder in Gang zu setzen.
Sicher hast du recht, Zeit ist keine da, aber gewisse Erkenntnisse, z.B. dass wir unseren Planeten zerstören, müssen selber gemacht werden.
Vielen Dank für deinen wichtigen Beitrag