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 Im Vertrauen…

Update: Nun da das Video auch bei den größeren Blogs unkommentiert auftaucht, schreibe ich vielleicht doch noch ein paar kurze Zeilen dazu.

Was der junge Niederländer in der Bundespressekonferenz dort so unverblümt zur Sprache bringt, sollte journalistischer Standard sein. Als Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrtausends bekannt wurde, dass der der pfälzer Tigerganter Helmut Kohl in eine Spendenaffäre verwickelt ist, versuchte einer der CDU-Schergen unauffällig aus der Hintertür des Bonner Bundestags zu rollen. Ja, ganz richtig, unser Bundeswirtschaftsminister in Spe: Wolgang Schäuble.

Zunächst bestritt er, seinerseits überhaupt mit dem dubiosen Waffenhändler Karlheinz Schreiber in Kontakt getreten zu sein. Im Jahr 2000 trat er dann wider Erwarten an die Öffentlichkeit und gab ein Treffen 1994 zu, bei dem er auch eine Spende über 100.000DM empfangen hat. Außerdem stellte er vor dem Bundesuntersuchungsausschuss zur Affäre klar, dass die Bundesregierung unter dem Kabinett Kohl nicht bestechlich gewesen wäre -was seit dem Vorfall als bedenklich gilt. Unklar ist bis heute, wo das Geld verblieben ist, denn es wurde nicht ordnungsgemäß in einen Rechenschaftsbericht eingeordnet.

Insofern sind die Fragen nur berechtigt und die künftige Bundeskanzlerin muss zu ihrem Entschluss, Schäuble für dieses Zentrale Amt zu nominieren, Recheneschafft ablegen. Dass sie ihm vertraut, wird dem Legitimationsproblem, welches Wolfgang Schäuble hat, nicht gerecht.

geschrieben am 25.10.2009 um 15:23 in Politik von Tim · RSS 2.0 feed.
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8 Responses to “Im Vertrauen…”

  1. Paul sagt:
    25. Oktober 2009 um 16:19

    Abgefahren…

  2. Tim sagt:
    25. Oktober 2009 um 18:36

    das ist scheinbar der einzige Journalist dort im Raum, denn hier zu Lande hat man den Konformismus und das Schweigen kultiviert.

  3. Robin sagt:
    25. Oktober 2009 um 22:06

    naja hier zu lande weiß man eben nur, dass die, denen unsere Mutti vertraut auch vertrauenswürdig sind …was soll man da noch dumm rum zweifeiln?

  4. guppy sagt:
    26. Oktober 2009 um 19:30

    ich wollt nur danke sagen für das video. und zu kommentar 3: sag nie wieder mutte zu mir!

  5. Paul sagt:
    26. Oktober 2009 um 20:56

    Die Botschaften, mit der uns die Wahlplakate die letzen Monate belästigten, werden immer mehr Sinnbild für die Entwicklung in der heutigen Politik.
    Weg von Inhalten, hin zu Persönlichkeiten.
    Egal mit welchen noch so widerwärtigen Handlungen sie ihre (schon viel zu langen) Karrieren hätten beenden sollen, das interessiert niemanden mehr. Wenn Mother Merkel ihr Vertrauen für diesen Verbrecher bekundet, reicht das völlig um eine solch symbolisches Gespräch an der Mainstreampresse vorbeizumogeln… schade.

  6. Tim sagt:
    26. Oktober 2009 um 22:24

    Wie war das? Politiker sind ihrem Gewissen verpflichtet?
    Na ja, das schlimme ist ja, dass hier gar nicht gemogelt wird! Die schlucken das alles und lächeln dem gerade der Pubertät entstiegenen Filou noch verständnisvoll zu. “Hach, wieder so einer der die Sitte bei der Bundespressekonferenz nicht kennt, so war ich auch einmal und der lernt es sicher noch”. Man sieht richtig, wie sie sich alle fremdschmämen. Satt und träge ist die Presse, gekauft und erlahmt.
    Das ist es, worüber ich mich am meisten ärgere:
    Die vierte Gewalt in Deutschland -eine Legende.

  7. Robin sagt:
    27. Oktober 2009 um 02:22

    ach das is doch garnich war tim….
    du hast doch stets die freie Wahl(meist zwischen Jauche und Gülle)
    Niemand zwingt dich Nachrichten zu guggen …keiner Zwingt dich sie zu glauben…was mich aufregen könnte ist die allgemeine Unehrlichkeit aba unserer hochspirituellen Zeit ist eben gerade der Glaube gefordert…Es hat sich eben eine neue Religion etabliert, das Kapital ist der Götze und Plebs ist der gutgläubige und am ende gearscht… Ist doch ne bewährte Sache in den letzten 10000Jahren gewesen…

  8. Tim sagt:
    27. Oktober 2009 um 09:56

    ich will meinen, dass es auch schon bessere Zeiten gab. Die Presse war nicht immer so zahm. ich finde, das ist auch einer der Gründe, warum sie sich in der Krise befindet. Niemand will hören, was eh schon von den Eliten kolportiert wird. Ich will ne Zeitung kaufen, die genau das hinterfragt.
    Wer gern mal etwas über bessere Zeiten der kritischen Öffentlichkeit, denen Zeiten, ähnlich den unsrigen voran gingen, lesen möchte, dem sei dieser Artikel in der Zeit wärmstens empfohlen. Es gibt keinen Grund, daran nicht wieder anzuknüpfen.

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