Afghanistan und kein Ende
Es ist ein dumpfes und ungutes Gefühl, wenn man über die Zukunft Afghanistans nachdenkt. Besonders jetzt, da Amerika den Abzug angekündigt hat. Die Lage ist keineswegs stabil und zehn Jahre nach dem Einmarsch steht Afghanistan vor den Trümmern, die es schon Ende der 90er Jahre aufzukehren galt. Nicht der islamische Fundamentalismus war das grundlegende Problem des Landes. Sondern die Jahrzehnte währenden Fehden von Landlords, Stämmen und Splittergruppen, die um die karstige Kaukasusregion kämpften, deren Boden doch kaum etwas abzutrotzen war. Sie sind es, die das Gewaltmonopol regional heute noch besitzen, wo der moderne afghanische Staat keinen Einfluss mehr hat und immer aufs neue destabilisiert wird.
Da der Staat auf tönernen Füßen steht und nach dem Abzug schwer gefährdet wäre, versucht die NATO nun mit den Stammesmilizen zusammenzuarbeiten. Damit kann regional bisweilen eine gewisse Sicherheit hergestellt werden. Dass damit aber ganz neue-alte Konflikte wieder entfacht werden, die wohl nur am Rande mit der Taliban zutun haben, zeigen Rick Rowley und Jason Motlagh in ihrer eindrucksvollen Reportage “Million Dollar Militia”.
geschrieben am 20.01.2011 um 16:28 in Politik von Tim · RSS 2.0 feed.
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