
The Yes Men
So oder so ähnlich hätte es in der NewYorkTimes stehen können, als eine Gruppe von amerikanischen Aktivisten eine Ausgabe der Zeitung im letzten November fälschte. Mit einer relativ hohen Auflage wurde das Exemplar kostenlos auf der Straße verteilt und das Beste dieser Ausgabe: Es gab nur gute Nachrichten. Eine gelungene Aktion, die die politikverdrossenen Leser etwas wachrütteln sollte. So unecht sah die Zeitung mit den wünschenswerten Schlagzeilen nämlich gar nicht aus.
Alles ist möglich; die Welt veränderbar, so die Message. Mehrere Aktivistengruppen waren beteiligt. Die berühmteste unter ihnen: Die Yes Men. Ihr Name steht im Tenor mit der Zeitung voller guter Meldungen; getreu dem Motto “Spaß kann auch Politik machen”. Und damit sind sie so ganz anders, als der heißblütige Aktivismus, wie man ihn aus den letzten vierzig Jahren kennt. Dabei versuchen sie, die meist sehr ernsten Themen gleichzeitig nicht ins Lächerliche zu ziehen, wie es ihnen häufig unterstellt wird.
Gestern Abend strahlte Arte die Doku über ihr Schaffen aus. “Die Yes Men regeln die Welt”, so der viel versprechende Titel. Wer sie verpasst hat, kann sich noch sieben Tage lang zeit lassen, sollte aber spätestens dann den Film über den erfrischenden Kampf, den die beiden Yes Men gegen verantwortungslose Firmen, Privatisierung und Gier führen, im Internet nachholen.
Eine bessere Welt ist möglich.