
Nach einer ernüchternden Woche, unter dem Eindruck einer neuen Regierung und einer sich zerpflückenden SPD, bin ich in mich gegangen und habe festgestellt, dass in der Tiefe so manches diskussionswürdige Thema schlummert. Dieser Text ist ein Annäherungsversuch.
Mir ist in den letzten Tagen schon häufiger ein Artikel des Populärphilosophen Richard David Precht unter gekommen, der meine Überlegungen weiter beflügelte. Hier beschreibt er in der Zeit unter dem Titel “Wir wählen uns alle nur selbst” ein beunruhigendes Phänomen. Er zeichnet ein Bild unserer Gesellschaft, die keine mehr ist, da sie in ihre Atome zersplittert. Die Entwicklung von der ‘sozialen’ Gesellschaft zur Individualgesellschaft, die die politischen Prozesse erschwert. Die Konsensbildung ist zäh und erlahmt. Mit ihr schreitet die Entpolitisierung voran. Es folgt eine Passivität, die an der politischen Legitimation kratzt.


